Norsc

Die Herausforderung bestand zum einen darin, aus rund 70.000 Fotos, die heraus zu suchen, die zum Text und auf die Musik passten. Mir stellte sich die Frage, ob ich mich auf den Inhalt der Musik oder auf die Erzählung konzentrieren sollte? Ich war hin und her gerissen. Auch hatte ich gar keine passende Software, die ein varialblees Abspielen der Bilder ermöglichte. In dieser Phase wurden die Bilder alle mit gleicher Länge von 10 Sekunden und gleichen Verlaufsübergängen abgespielt.
Die noch größere Herausforderung war, die Bilder synchron zu Musik und Text abspielen zu lassen. Das wurde mir erst beim 1. Konzert 2011 in Köln klar. Beide Musiker bedienten mehrere Instrumente, Gesang und gesprochener Text, wodurch eine gewisse Dynamik da war, die zu den konstant abgespielten Bildern nicht immer korrespondierte.
Nach den Konzerten sprachen wir mit vielen Zuschauern und Zuhörern. Die Bilder wurden als sehr beeindruckend geschildert, von den Musikliebhabern aber auch als zu dominant, weil sie zu sehr von der Musik ablenkten.
Auch die Presse „Kölner Stadtanzeiger“ äußerte sich überwiegend positiv zu unserer Aufführung.
Wir nahmen die Kritik sehr ernst und überlegten, wie wir das Stück weiter optimieren können.

Kritikpunkte

  • Zu viele Bilder
    • Reduzierung der Menge
  • Monotonie durch gleichbleibende Abspieldauer
    • Variable Abspieldauer durch neue Software (Foto Magico 3)
  • Kürzung des Textes


Das Märchen wurde überarbeitet, von 70 auf 60 Minuten gekürzt, und mit der neuen Software konnte ich die Abspieldauer und Übergänge variieren. Bei den Konzerten auf der Skandinavia in Essen blieb aber ein Problem bestehen. Trotz der Schlüsselbilder bei den textlichen und musikalischen Einsätzen bekamen wir die Synchronität einfach nicht hin. Außerdem bestand das Problem, dass sich während des Spiels die alten empfindlichen Instrumente verstimmten und schräge Töne hervor brachten.
Also war unsere Aufgabe, das Stück weiter zu optimieren. Über einen musikalischen Timecode sollte mehr Synchronität geschaffen werden. Also schrieb Hartmut Schulze eine Hintergrundmusik, die zum einen die sich verstimmenden Instrumente ersetzen und zum anderen als Timecode für die Bilder dienen sollen. Diese Musik ist in der Multivisionsshow hinterlegt, die wir als Playback abgespielen. Es ist also eine ganz neue Mischung von „Konserve“, Live-Musik und Bildern entstanden. Die „Dia-Show“ habe ich noch mal grundlegend überarbeitet. Durch ein Softwareupdate hatte ich neue Möglichkeiten, die Bilder und sogar Filme zu verarbeiten. Zwischenzeitlich war ich wieder einige Male in Norwegen und habe wieder reichlich Bildmaterial mitgebracht. Ich habe viele Panoramen fotografiert, die den Zuschauer durch die Landschaft gleiten lässt. Es sind immer noch viele Bilder, die aber bestimmte Motive aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen und dadurch die Scene ruhiger wird. Oder ich habe Sammlungen von bestimmten Motivgruppen, wie Nordlichter, Wasserfälle, Pflanzen und Tiere unter anderem verwendet, die den Inhalt des Märchens unterstreichen. An einigen Stellen wird es was zum Schmunzeln geben, an einer anderen Stelle ist die Phantasie gefragt.
Im November 2013 fand auf einem Schiff "MS Color Magic" der Color Line von Kiel nach Oslo und zurück eine Premiere des überarbeiteten Stückes. Das Schiff ist mit sehr guter Technik ausgestattet. Die Bilder kamen so rüber wie sie es sollten. Die Live-Musik sowie die aus der "Konserve" konnten wir gut aufeinander abstimmen. Nur die Leinwand schaukelte durch den leichten Wellengang ein wenig. (Nichts für empfindliche Leute) Und gemessen am Applaus zeigten sich die Zuschauer begeistert. Das Stück hatten wir aufgeteilt, die erste Hälfte auf der Hinreise, die zweite auf der Rückreise. Bei der Rückreise konnten wir auch den deutschen Botschafter Dr. Axel Berg sowie ein paar norwegische Gäste an Bord und in unserer Show begrüßen. Als Einführung erzählte Hartmut, was bisher geschah, damit die neuen Zuschauern sich in das Stück einfinden konnten. Auch diese zeigten sich am Ende der Show begeistert.

Termine und weitere Infos unter: www.norsc.de