Die Farben des Nordens

p>In den Beiträgen über die Magie des Lichtes haben Sie erfahren, dass in den nördlichen Breiten andere Lichtverhältnisse herrschen als in Deutschland. Diese Lichtverhältnisse machen auch die Farbigkeit des Nordens aus. Je nach Sonnenstand und Winkel der Sonnenstrahlen verändert sich die Farbigkeit des reflektierten Lichtes. So erscheint das Wasser zum Beispiel im Sommer Aquamarin/Grün und tief Dunkelblau im Winter.

Hinzu kommt noch, dass die Luft in Skandinavien noch nicht so verschmutz und zum Teil auch viel trockener ist als bei uns. So hat man in den klaren Nächten einen phantastischen Blick auf den Sternenhimmel und mit etwas Glück zeigt sich auch das Nordlicht. Bei Tage wirken die Farben kräftig und klar.

Das Wetter spielt natürlich in der Farbwiedergebung auch eine große Rolle. Bei bedecktem Himmel sind die Farben auch gedeckt. Das ist im Prinzip nicht anders als bei uns. Dennoch sind die Farben oft anders, well der Sonnenstand dabei doch eine wesentliche Rolle spielt.

Ich versuche es anhand der Jahreszeiten einmal zu verdeutlichen.

Weiter gehts zum Frühling.

 

 

Frühling

Der Frühling währt in Norwegen nur für kurze Zeit. Dafür tritt er explosionsartig auf. Binnen zwei/drei Wochen blüht alles auf. Dabei gibt es ein hoch/tief Gefälle. Der Frühling durchwandert die Höhenmeter. Während im Fjordland der Schnee Meter dick noch auf den Berggipfeln tront und für eisige Kälte sorgt, blüht in tieferen Lagen der Löwenzahn, der auf Meereshöhe schon verblüht als Pusteblumen die Wiesen überzieht.

Des Weiteren gibt es ein Ost/West Gefälle. Während der Frühling im Westen, aufgeheizt von Golfstrom, die Oberhand gewonnen hat sorgt die kontinetale Wetterlage im Osten noch für winterliche Verhältnisse. So erlebte ich Mitte Mai einen bunten Frühling an der Westküste, während Ende Mai die Bäume Ende im Østerdalen noch fast kahl waren.

Und danns gibt es auch ein Nord-Süd-Gefälle. Während Sonnenhungrige leicht bekleidet die Küste säumen, muss man sich im Norden noch warm anziehen. Schneeschauer sind bis Mitte Mai keine Seltenheit, wenn gleich der Schnee keine Chance mehr hat liegen zu bleiben. Auch leichte Nachtfröste sind noch möglich. 

"Eine schöne Erinnerung habe ich an meinen ersten Besuch auf den Lofoten. Wir kamen nach einer Angeltour gegen 4.00 Uhr zurück, verabteiteten den frisch gefangenen Fisch. Die Holzplanken waren leicht überfroren und über die Dächer zog der warme Duft von einer Bäckerei. Das sind Erlebnisse, die kann man zwar fotografisch nicht fest halten aber auch vergessen."

Die Sonne scheint nun fast rund um die Uhr und gewinnt täglich mehr an Kraft. Es jetzt grün und überall blüht jetzt der Löwenzahn und färbt die Wiesen gelb. Ich habe Wiesen beobachtet, die über einen längeren Zeitraum  gelb bleiben, jedoch aber die Blüte wechselte. Der Löwenzahn wird zunächst von den Supfdotterblumen und später vom Hahnenfuß abgelöst. Die Vetetationsperiede ist kurz und die Pflanzen müssen sich beeilen, wenn sie noch Früchte tragen wollen.
In Strand Nähe blühen rosa Polster aus Seifenkraut, Silberwurz, in moorigen Gebieten die Moltebeere, Fettkraut, Veilchen und Ackerstiefmütterchen, Lichtnelken, Glockenblumen u.v.m. auf. Auf den Fjellen, da wo der Schnee bereits geschmolzen ist, blühen nun Alpenazalee, Enzian und Küchenschelle.
Aber nicht nur in der Pflanzenwelt ist Bewegung. Auch die Tiere sind mit der Aufzucht des Nachwuchses beschäftigt. Überall brüten die Möwen, die Dreizehenmöwe in Brutkolonien, Sturm- und Mantelmöwen finden auf Felsen und im Gras ihre Brutplätze. Seeschwalben verteidigen ihre Brut durch agressives Anfliegen der Eindringlinge. Ich selbst bin einige Male gepickt worden. Man kann Singschwäne, Gänse, verschiedene Enten (meist Eiderenten), den Brachvogel, Austernfische und einige Seeadler beobachten. Austernfischer fliegen Tag und Nacht eindringlichen Lauten am Ufer entlang.

Durch den hohen Sonnenstand am Tage erreichen die Sonnenstrahlen den sandigen Untergrund und das Wasser wirkt glasklar und "karibisch/grün". (Die Palmen muss man sich allerdings denken) In der Nacht, wenn die Sonne flach über dem Horizont steht, wird das Licht auf die Berge gelenkt oder die Wolken von unten angestrahlt oder bei Wolkenlücken etwas aus Beidem.

 

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