1- Die ersten digitalen Polarlichtfotos

Polarlicht zur Blauen Stunde
Ein wildes Durcheinander von Polarlichtern, die sich überall am Horizont aufbauten und wieder verschwanden.
Der Hafen während einer nicht so aktiven Polarlichtphase
Tannen vor dem Polarlicht
Unser Ferienhaus mit Polalrichtern
Polarlicht zur späten Stunde (1:13 Uhr)
Polarlicht zur Blauen StundeCanon 10D, 20-35 mm Analog-Objektiv, 22 mm / Blende 8 / 60 Sek / ISO 200
1/6 
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Meine ersten digitalen Polarlicht-Fotos nahm ich im März 2005 auf. An jenem Tag (Foto 1/6) kame ich gegen 18:00 Uhr von einer Tagestour zurück. Die Dämmerung hatte schon eingesetzt, und das Wetter sah für Polarlicht vielversprechend aus. Polarlichtvorhersagen kannte ich damals noch nicht. So musste der Blick an den Himmel reichen. Während ich das Essen zubereitete, ging ich immer wieder vor die Tür, um einen Blick zu riskieren.

Und schon bevor das Essen auf dem Teller war, entdeckte ich erste grünliche Lichtspuren. Ich war kaum noch zu halten. Also aß ich ganz schnell, mummelte mich in warme Sachen ein und machte mich mit Kamera, Stativ und einen einfachen Fernauslöser auf den Weg und suchte mir einen geeigneten Standort. Ich wählte die Einstellung Bulb, ISO 200, Blende 8 und löste aus und habe, um die ungefähre Belichtungszeit abzuschätzen, angefangen zu zählen "21, 22, 23......". Ich hatte noch keine Erfahrung, wie lange ich belichten musste. Am Ende waren es bei dieser Aufnahme 60 Sek. Schon in diesem Augenblick wurde der Wunsch nach einem Fernauslöser mit Timerfunktion geweckt, den ich mir gleich nach dem Urlaub kaufte und seitdem im Einsatz habe. Die Aufnahme entstand nur wenige 100 m von unserer Unterkunft entfent.

Ich suchte mir immer wieder neue Standorte:

Foto 2/6 zeigt ein wildes Durcheinander von Polarlichtern, die sich überall am Horizont aufbauten und wieder verschwanden.

Foto 3/6 nahm ich am Hafen während einer nicht so aktiven Phase auf. Hier ist der typische Bogen zu sehen, der häufig an dieser Stelle zu sehen ist.

Beim Foto 4/6 gefiel mir, wie sich das Polarlicht hinter den Bäumen aufbaute und diese schön von hinten beleuchteten und sie sich so vom Hintergrund schön absetzten.

Foto 5/6 zeigt mein Ferienhaus mit Polarlichtern.

Foto 6/6 ist zur späten Stunde aufgenommen. Es war nur noch ein einheitliches schwaches Grün am Himmel zu erkennen. Ich wählte eine lange Belichtungszeit, um es noch intensiv aufs Bild zu bannen. Damit verabschiedete sich das Polarlicht für diese Nacht. Und auch ich zog mich zurück. Wieder im Haus angekommen merkte ich erst, wie durchgefroren ich war.

2 - Geringe Polarlichtaktivität

Wolken vs. Polarlicht
Polarlicht hinter den Wolken
Polarlicht hinter den Wolken
Baumgruppe mit Polarlicht
Baumgruppe mit Polarlicht
Haus, Wolkenfront, Polarlicht
Sendemast vor Polarlicht
Häuser, Wolken, Polarlicht
Häuser, Wolken, Polarlicht
Blick auf den Hafen von Sørvågen
Boot im Winterquartier
Wolken vs. PolarlichtCanon 5D MK III, 24-70 mm f 2.8 l II USM, 24 mm / Blende 2,8 / 40 Sek / ISO 100
01/11 
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Die Polarlichtaktivität unterliegt ja einem Zyklus von etwa 11 Jahren, in der die Sonne mal mehr, mal weniger aktiv ist. Damit ist auch das Polarlicht nicht immer gleich intensiv, - manchmal auch gar nicht am Himmel zu sehen. Dennoch versuche ich immer das wenige Licht einzufangen und die Umgebung mehr in die Bilder einzubeziehen. Die Straßenbeleuchtung sowie das Licht in den Häusern habe ich daher mehr in die Bildkomposition eingebaut.
Manchmal verdecken auch Wolken das Polarlicht, manchmal ist aber auch die Wolkendecke (Bild 1) nicht so dick, so dass das Polarlicht da noch hindurch scheint.

Manchmal taucht es hinter den Wolken auf (Bild 2+3). Bei Bild 4+5 steht hinter mir eine Straßenlaterne. Was man mit dem bloßem Auge nicht erkennt ist, dass die Baumgruppe das Licht reflektiert. Mittlerweile habe ich aber auch für das kaum vorhandene Licht einen guten Blick bekommen.

Die Kamera sieht da mehr als das Auge. Es gibt in einigen Vorhersagen sogar die Bezeichnung "fotografisch", was dann so viel heißt, dass es mit bloßem Auge nicht oder kaum wahr zu nehmen ist. Die Kamera hingegen sammelt das Licht und in der Bildbearbeitung kann man das dann sehr schön ausarbeiten.

Nur an dem Bildauschnitt im Dunklen muss ich noch arbeiten. Diesen im Dunklen zu ermitteln ist nicht immer so ganz einfach. Da ist schon schnell mal "der Horizont schief". Daher nehme ich jetzt immer eine Taschenlampe mit, um die Umgebung auszuleuchten, um die Kamera richtig auszurichten. Die Wasserwaage in der Kamera, die ich bei diesen Fotos noch nicht hatte, hilft da aber auch schon weiter.

Bei Bild 6 hatte ich wieder eine Straßenlaterne als Lichtquelle, um das Haus auszuleuchten. Da die weißen Giebelleisten stark reflektierten musste ich die Belichtungszeit etwas kürzer wählen. Im Hintergrund, das Polarlicht nur schwach am Himmel, wird von einer aufziehenden Wolkenfront mehr und mehr verdeckt, so dass ich relativ wenig Zeit hatte weitere Fotos zu machen. Sonst hätte man diese Situation auch für ein HDR verwenden können.

Bei Bild 7 habe ich den ISO-Wert erhöht, um noch genügend Polarlicht einzufangen. Das Haus wird wieder von einer Straßenlaterne beleuchtet. Bei Bild 8 war ich auf dem Heimweg. Es leuchtete noch mal der typische Polarlichtbogen am Himmel für kurze Zeit auf. Durch das im Verhälnis stake Licht der Häuser im Gegensatz zum Umgebungslicht wählte ich eine relativ kurze Belichtungszeit, damit die Lichter nicht ausbrennen.
Was auch hilft sind zwei Belichtungen, einmal auf die Lichter der Häuser belichtet und einmal das Polarlicht und setzt diese beiden Aufnahmen in Photoshop oder Lightroom zusammen.

Wiederum hatte ich eine Straßenlaterne für die Ausleuchtung des Vordergrundes im Rücken, welches aber im Vergleich zu den übrigen Straßenlaternen eine eher neutrale Lichtfabe hatte, so dass der Vordergurnd mehr grünlich erschien. Im Bild 9 wird das noch deutlicher. Das Polarlicht verschwand auch schon wieder. Bei Bild 10 habe ich Licht sammeln müssen. Da es eine relativ gleichmäßige Beleuchtung war, sind alle Farben recht neutral abgebildet worden. Der Vordergrund bekommt Licht durch die Hausbeuchtung. Bei Bild 11 war kaum Polarlicht zu sehen. Das Boot gefiel mir aber auch so. Ausgeleuchtet wird es wieder durch eine Straßenlaterne.

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