Polarlicht-Fotos

Flakstad

01 00 Fla

An jenem Tag stand die Polarlichtvorhersage auf "Storm" und ich war schon ganz traurig, dass der Himmel einfach nicht aufreißen wollte, - kein Wind, der die Wolken wegpusten konnte. Ich beobachtete auch die Wettervorhersage, die für Flakstad ein bisschen Sonne gemeldet hatte. So machte ich mich am spätern Nachmittag auf den Weg, um zu prüfen, ob der Wetterbericht Recht behielt. Und tatsächlich war da ein kleines Wolkenloch, was immer größer zu scheinen wurde. Da es noch hell war, machte ich einen Spaziergang am Strand. Dort entstand dann diese Aufnahme, - ein HDR aus fünf Fotos. Die Wolken zogen ganz langsam in Richtung Meer ab, die Dämmerung verdunkelte den Himmel.

Und dann konnte ich einen ganz feinen hellen Schleier erkennen. War das schon das Polarlicht oder doch nur Wolken? Ich montierte meine Ausrüstung aufs Stativ und machte ein paar Testaufnahmen. Und tatsächlich hob sich der Schleier auf den Fotos leicht farbig ab. Ich suchte mir einen geeigneten Standort, richtete die Kamera aus und machte ein Foto nach dem nächsten. Mit zunehmender Dunkelheit wurden die Farben kräftiger und es entbrannte ein Feuerwerk an Polarlichtern rings um mich herum. Ich wusste gar nicht wohin ich zuerst schauen sollte, - die Kamera gen Südwesten, meine Blicke nach Nordosten. Es waren die schönsten Polarlichter, die ich je erlebt habe. Es flackerte in allen Farben und Formen am Himmel.

Flakstad Polarlichtsequenz 1

Testaufnahme
Erste feine Spuren des Polarlichts. Dämmerung ist noch zu erkennen.
Zuerst waren die violetten und rötlichen Farben sichtbar. Ein Hauch von Grün mischte sich dazwischen.
\"Farbwechsel von Violett zu Rosa.
Nun kommt auch noch ein wenig Bewegung ins Spiel.
Ins Farbenspiel mischen sich Gelbtöne, die ich bis Dato noch nicht gesehen hatte
Das Polarlicht verstärkte sich und hob die Lachstöne stärker hervor
Weitere Variation
Weitere Variation
TestaufnahmeCanon 5D MK III, Objektiv 16-35 mm f 2.8 L II USM (16 mm) / f 2,8 / 54 Sek / ISO 100
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Was das Auge kaum oder gar nicht wahr nimmt, wird fotografisch sichtbar. Über die vielen Jahre, in denen ich auf die "Polarlichtjagd" gehe, habe ich eine Sensibilität für Veränderungen am Himmel entwickelt.
Auf dem Testfoto (leider gibt es die verkleinerte Version hier nicht so gut wieder wie im Original) sind leichte Schleier in Violett und ein Hauch von Grün zu erkennen. Für mich war das ein Zeichen, dass es los geht.

In den folgenden vier Aufnahmen wurde der Schleier immer deutlicher, am Horizont noch ein wenig Dämmerung. Zunächst herrschten die rot-violetten Töne vor und ganz wenig Grün. Dann wandelte sich das Licht mehr zu lachsfarbenden Tönen, die ich so vorher noch nie gesehen hatte. Vielleicht kam dies durch das dazumischen der Grüntöne, die wie ein Nebel den ganzen Himmel überzogen.

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