Wie entstehen Polarlichter?

Ich bekomme immer wieder immer wieder Fragen zu den Polarlichtern / Nordlichtern (Polarlys / Nordlys auf norwegisch) gestellt, die ich gerne hier beantworten möchte.

  • Wann ist das Polarlicht zu sehen?

Das ist einfach zu beantworten. Wenn es dunkel wird. In den Sommermonaten, wenn die Sonne im Norden oberhalb des Polarkreises nicht unter geht, braucht man natürlich nicht darauf zu hoffen (Ich erwähne es, weil mir solche Fragen schon gestellt wurden.) Grob gesagt ist die Zeit von September bis April eine gute Zeit, um Polarlichter zu sehen. 

  • Wo ist das Polarlicht zu sehen?

Das hängt maßgeblich von der Sonnenaktivität ab. Sonneneruptionen schleudern immer wieder gewaltige Ströme elektrisch geladener Teilchen ins Weltall. Diese treffen dann nach etwa zwei bis drei Tagen auf das Magnetfeld der Erde, welches wie eine Art Stabmagnet fungiert. Die beiden magnetischen Pole liegen in der Nähe der geographischen Pole der Erde. Entlang dieser Magnetfeldlinien können diese solaren Teilchen teilweise bis an die Erdoberfläche geraten. Die meisten dieser Linien liegen in einem Kreis um die magnetischen Pole. Überwiegend werden Polarlichter auf diesem Kreisbogen gesichtet, auf dem auch Nord-Norwegen liegt. Dort ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, das Himmelsspektakel zu beobachten.
Die Sonnenaktivität hat einen Zyklus von etwa elf Jahren. Die letzte sehr aktive Phase war 2002/2003, danach flaute die Aktivität der Sonne ab und nahm 2011 wieder zu.
Je weiter man nach Süden kommt, um so geringer wird die Wahrscheinlichkeit Polarlicht zu sehen. In Jahren mit einer hohen Sonnenaktivität wurden sogar in Deutschland Polarlichter gesichtet. Ein spektakuläres Polarlicht wurde 1591 in Deutschland dokumentiert.

  • Wie entsteht die unterschiedliche Färbung des Polarlichtes?

Wenn nun solare Teilchen entlang dieser Magnetlinien auf die Erde zuschießen, kollidieren sie in großer Höhe mit Teilchen, die sich in hoher Atmosphäre befinden. In 110 bis 250 Kilometern Höhe kollidieren die Teile mit atomarem Sauerstoff. Bei dieser Kollision werden Lichtimpulse in roter Farbe freigesetzt. Es entsteht also in großer Höhe ein eher rotes Polarlicht. Kollisionen in 100-110 Kilometer Höhe mit molekularem Sauerstoff führen zu grünen Tönen, die am häufigsten zu sehen sind.



Nun wissen wir, dass das Polarlicht nicht immer und auch nicht überall zu sehen ist. Aber woher weiß man, wann es sich lohnt, nach draußen zu gehen?
Die Polarlichtaktivität kann man an ein paar schönen Grafiken ablesen.
Die werden auf der nächsten Seite beschrieben.
Hier findet ihr ein paar Bilder der aktuellen Sonnenaktivität  http://sdowww.lmsal.com/suntoday/