das wasser als baumeister
Kalksinter oder Kalktuff


Wasser hat die Fähigkeit Stoffe zu binden, sie zu transportieren und anderorts wieder frei zu geben. In Karstgebieten nimmt kohlendioxidarmes Wasser gelösten Kalk (Calciumcarbonat) auf und transportiert es zum Beispiel in Bächen weiter. Durch Druckentlastung, Temperaturanstieg oder durch Pflanzenbewuchs kann das Wasser den Kalk nicht mehr halten und fällt aus. In Folge dessen lagert sich der Kalk ab und versintert mit anderen Stoffen, wie Laub, kleine Äste oder Steine und baut so Barrieren auf über die das Wasser drüber fließt und die Barrieren weiter aufbaut. Spezielle Moose fördern diesen Prozess. Es entstehen Becken, in denen das Wasser zur Ruhe kommt. Die Fließgeschwindigkeit, die durch die Wassermengen von Schmelz- oder Regenwasser bestimmt wird, ist ein Variabele in diesem Wachstumsprozess. Sinterterrassen bilden sich an Hängen, wo Quellen zutage treten und den Berg hinab fließen. Viele dieser Quellen führen nicht immer gleich viel Wasser. Das Gebiet des Altmühltals oder die Fränkische Schweiz war vor 150 - 160 Millionen Jahren ein flaches tropisches Korallenmeer, welches erdgeschichtlich sich über den langen Zeitraum zu Gesteinen umbaute und zahlreiche Geotope schuf. Dabei war auch Wasser beteiligt, welches durch seine Eigenschaft gelösten Kalk zu transportieren ein riesiges Höhlensystem schuf, das sich wiederum mit Wasser füllte. An einigen Stellen gelangte das Wasser als Quellen an die Oberfläche. An diesen Stellen hatte dann der noch im Wasser gelöste Kalk beste Voraussetzung auszufällen und neue Geotope zu bilden, zu denen die Steinernen Rinnen oder Sinterterrassen gehören. Aber auch in den Höhlen, wo Hohlräume entstanden und Luft eindringen konnte, fiel Kalk aus, was zu wunderschönen Tropfsteinen führte. Der Versinterungsprozess geschieht allerdings um ein Vieles langsamer als bei den Quelltuffen.


 

Der Versinterungsprozess

Mit diesen Bildern will ich den Versinterungsprozesse ein wenig verdeutlichen. Auf mich üben solche Geotope eine Faszination aus und zählen zu meinen Kraftorten. Unglaublich was die Natur aus ein bisschen Wasser und Kalk zaubert und wiederum neuen Lebensraum schafft.